Haltungsbedingungen - Ernährung - Klimatabellen - Winterruhe - Größe- und Gewicht - Krankheiten

Terrarium

Autor : Jörg Ratzel

Die Mindesthaltungsbedingungen sind 5 x 4 x 3 (Breite x Tiefe x Höhe) der Kopf-Rumpf-Länge (KRL) eines Tieres. Würde z.B. ein Tier eine KRL von 15cm besitzen, müsste das Terrarium 75cm x 60cm x 45cm groß sein. Dies bedeutet eine Grundfläche von 0,45m². Die Werte der Gehegegröße gelten für 1,1 Tiere. Dies entspricht allerdings meiner Meinung nach in keinster Weise einer "artgerechten" Haltung dieser bewegungsfreudigen Tiere. Meine Terrarienanlage ist 3,20m x 0,7m x 0,85m und ist in zwei Becken aufgeteilt: 1,5m x 0,7m x 0,85m (Grundfläche 1,05 m²) in welchem 1,1 Uromastyx ornatas leben und 1,7m x 0,7m x 0,85m (Grundfläche 1,19 m²) in welchem 1,1 Uromastyx ocellatas leben.

Allerdings befindet sich eine großflächige Rückwand in dem Terrarium, so dass sich die Nutzungsfläche ca. um 60% (waagrecht) vergrößert. Somit kann man von einer realen Bewegungsfläche von ca. 1,7 m² bei den Ornatas und ca. 1,9 m² bei den Ocellatas sprechen.

Terrarium-Ornata

Uromastyx ornata- Terrarium

ch denke, dass man die reale Bewegungsfläche bzw. Möglichkeit zur Bewegung in Betracht ziehen muss, als sich starr auf die Grundfläche zu beziehen. Als Grundfläche sehe ich 1,0 m² (sofern Rück- und Seitenwände bestehen) als Minimum. Ein größeres Becken ist immer von Vorteil. Jungtiere sollten allerdings einzeln oder in Gruppen in kleineren Terrarien (z.B.. 80cm x 40cm x 40 cm) gepflegt werden.

Der Standort des Terrariums sollte so gewählt werden, dass es möglichst hell steht, ohne dass jedoch direktes Sonnenlicht das Terrarium aufheizen kann. Das Terrarium sollte so erhöht stehen, dass kein Sichtkontakt zu größeren Tieren möglich ist, da diese als Fressfeinde erkannt werden und sich so Stress für die Dornschwanzagamen aufbauen kann.

Quarantäne

Autor : Jörg Ratzel

Um sicher zu stellen, das Sie auch eine gesunde Echse erworben haben, sollte eine Quarantäne obligatorisch sein. Gerade, wenn Sie schon eine Dornschwanzagame halten und Sie eine Neue aufnehmen möchten, sollten Sie sich sicher sein, kein krankes Tier einzugewöhnen. Das andere Tier würde sich nur anstecken. Die zur Pflege benötigten Gerätschaften dürfen auf keinen Fall für andere Terrarien verwendet werden. Ein Quarantäneterrarium muss leicht zu desinfizieren sein. Hierzu dienen am Besten Glasterrarien. Die technische Ausstattung muss so konzipiert sein, dass das erforderliche Klima sichergestellt werden kann. Als Bodengrund eignet sich eine dünne Sandschicht oder besser Zewa-Tücher bzw. Zeitungspapier. Versteckplätze können durch Zierkorkstücke oder flache Tonschalen realisiert werden.

Quarantäne Becken

Quarantäne Terrarium

Ebenfalls bietet diese Einzeltierhaltung in den ersten 6- 8 Wochen den Vorteil, dass sich das neue Tier schneller eingewöhnen kann und nicht dem Stress durch eines Artgenossen ausgesetzt ist. Je weniger Stress, desto schneller wird das Tier auch Futter annehmen. Während der Quarantäne muss der Kot der Echse mehrfach (1 Kotuntersuchung ist nicht ausreichend, da bestimmte Parasiten in Zyklen ausgeschieden werden) untersucht werden. Der Tierarzt kann durch die Untersuchung des Kots feststellen, ob ein Befall durch Parasiten vorliegt und ggfs. die entsprechende Behandlung einleiten.

 

 

Einrichtung

Autor : Jörg Ratzel

Nicht nur die Größe des Terrariums, auch die Einrichtung des Terrariums ist wichtig. Hierzu müssen - bei der Haltung mehrerer Tiere in einem Terrarium - Sichtbarrieren geschaffen werden. Die Auswahl hierfür ist vielfältig. So eignen sich beispielsweise große Wurzelholzstücke, Steine, Pflanzen und Korkrinde. Steinplatten (ich verwende Schieferplatten) können zur Wärmespeicherung unter die Spotstrahler gelegt werden.

Die Tiere graben zum Teil gerne Höhlen, aber auch künstlich angelegte Höhlen werden angenommen. Der Bodengrund sollte aus Sand (Spielsand) oder einem Sand- Lehm- Gemisch bestehen und ca. 2cm bis 10cm (die Ausnahme bildet eine bei einer Trächtigkeit angebotene Eiablagestelle) im Terrarium aufgefüllt werden. Einige Halter haben auch mit Taubengritt als Bodengrund gute Erfahrungen gemacht.

Eine Felsrückwand halte ich für unverzichtbar, da die Tiere einen ausgeprägten Hang zum Klettern besitzen.

Uromastyx ocellata  Paarung (Dr. Helmut Mägdefrau)

Uromastyx ocellata Paarung (Dr. Helmut Mägdefrau)

 

 

Klima

Auszug aus einem Artikel von Norbert Kotzor


Eines der wichtigsten Dinge bei der erfolgreichen Haltung und Vermehrung von Dornschwanzagamen ist das richtige Klima. Da die Tiere meist in Gebieten leben die als Wüsten oder Halbwüsten bezeichnet werden gibt es dort nur wenige Niederschläge im Jahr. In diesen Gebieten herrschen Temperaturen bis 55 Grad Celsius. Nun sollte man aber nicht dem Irrglauben verfallen man müsste in seinem Terrarium die Wüste Gobi nachahmen oder es sollte so trocken wie möglich gehalten werden. Auch mit dem Aufstellen einer Wasserschale zur Deckung des Feuchtigkeitshaushaltes der Tiere ist es nicht getan. Ich bin der Meinung das man durch regelmäßiges Sprühen (ein bis dreimal in der Woche mit lauwarmem Wasser) die besten Ergebnisse erreicht wobei man Staunässe vermeiden sollte da es bei den Tieren sonst zu Hautkrankheiten wie Schimmel oder Hefepilzen kommen kann.

In ihrem natürlichen Lebensraum sieht man die Tiere besonders in den Morgenstunden auf von der Sonne aufgewärmten Steinen sitzen wo sie sich früh Morgens aufwärmen um auf ihre ,,Betriebstemperatur“ zu Kommen. In den heißen Mittagsstunden ziehen sich die Tiere in ihre Höhlen und Gänge zurück um zu dösen und so der großen Hitze zu entgehen. Erst gegen Abend werden sie wieder aktiv und durchlaufen ihr Revier auf der Suche nach Nahrung. Dieses Verhalten sollte man sich bei der Haltung zu nutze machen und im Terrarium durch Spotstrahler einige Sonnenplätze schaffen wo die Tiere sich aufwärmen können aber auch jederzeit die Möglichkeit haben in kühlere Bereiche zu gelangen. Die Verwendung von Ultra Vitalux- (Sanolux) Lampen halte ich für sehr wichtig da ich festgestellt habe das die Tiere sich unter diesen sehr wohl fühlen und nach der Bestrahlung sehr aktiv sind.

Klimadaten Terrarium

Klimadaten Uromastyx ornata Terrarium

Das Klima ist sowohl bei Uromastyx ocellata, als auch bei Uromastyx ornata ornata, trocken und warm. Die Lufttemperatur sollte ca. 28 C bis 38 C, unter den Wärmespotstrahlern ca. 50 C bis 60 C und die Nachttemperatur 20 C bis 25 C, betragen. Weiter ist für das Klima ein 2 bis 3 maliges Sprühen in den Morgenstunden erforderlich, um eine gewisse Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten.

 

 

Eigene Beleuchtung und Dauer

Autor : Jörg Ratzel

In meinem Terrarium (3,20m x 0,7m x 0,85m) dienen Doppel- T5- Röhren (3 x 39W Biolux) über die gesamte Breite, sowie 6 x 70W HQI-/ CDMT- Brenner (NDL) zur Ausleuchtung. Für die lokalen Wärmeplätze sind 3 Par-Spotstrahler (60W bis 80W) im Einsatz. Zur Sicherstellung der wichtigen UV- Bestrahlung sind 2 Osram- Vitalux- Lampen (jeweils 300W) im Terrarium angebracht. Die Bestrahlung aus 50cm bis 85cm Entfernung erfolgt täglich für 60min bis 80min.

In der Sommerzeit (März bis Oktober) ist die Beleuchtung folgendermaßen geschaltet:

T5- Röhren = 8.30 Uhr bis 22.00 Uhr (13 Stunden 30 Minuten)

3 HQI Brenner = 9.30 Uhr bis 20.45 Uhr (11 Stunden 15 Minuten)

3 Spotstrahler + 3 HCI (CDMT) Brenner = 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr (10 Stunden)

In der Winterzeit (November bis Februar) wird die Beleuchtung langsam bis zur Winterruhe reduziert und anschließend wieder "hochgefahren".

Bitte lesen Sie auch die Artikel Einführung in die Beleuchtung, UV- Beleuchtung und Lichtquellen im Test.

 

 

Besatzdichte

Autor : Jörg Ratze

Als Besatzdichte hat sich die 1,1 Pärchenhaltung bewährt. Allerdings kann dies unter Umständen - insbesondere während der Trächtigkeit von Weibchen - zu Problemen führen. Eine zeitlich begrenzte Trennung kann dabei Abhilfe schaffen.

Uromastyx Ornata Pärchen

Uromastyx ornata Pärchen

 

 

Vergesellschaftung

Autor : Michael Frank

Im Allgemeinen muss man sagen, dass die Vergesellschaftung verschiendenartiger Reptilien oft als heikles Thema besprochen wird, das nicht immer zu befürworten ist. Deshalb möchte ich gleich anfangs erwähnen, dass irgendwelche Experimente in dieser Hinsicht absolut abzulehnen sind und nur Tiere zu vergesellschaften sind, die aus demselben Verbreitungsgebiet kommen und dieselben Haltunsansprüche haben. Außerdem sollten möglichst Informationen über eine erfolgreiche Vergesellschaftung der Vergesellschaftungspartner vorliegen und ein Terrarium in der entsprechenden Größe und Strukurierung vorhanden sein. Für die verschiedenen Arten der Dornschwanzagamen existieren einige sehr empfehlenswerte und häufig erprobte Vergesellschaftungspartner. So werden unter anderem Arten der Gattung Laudakia spp. (Wirtelschwanzagamen), Trapelus und auch der Fransenfingereidechsen (Acanthodactylus spp.) für eine Vergesellschaftung mit Dornschwanzagamen empfohlen. Ich persönlich möchte besonders auf die Vergesellschaftung der Uromastyx mit verschiedenen Arten der Schleuderschwanzagamen (Laudakia stellio) eingehen:

Ich halte meine 1,1 Uromastyx geyri mit einem Pärchen Laudakia stellio picea in einem Terraium der Größe 160cm x 80cm x 85cm ohne jegliche Zwischenfälle und muss sagen, dass es sehr interessant zu beobachten ist, wie die Tiere problemlos eine harmonische Lebensgemeinschaft bilden.

Gleiches gilt für die Vergesellschaftung von Uromastyx ornata mit Tieren der Unterart Laudakia stellio brachydactyla und auch stellio picea, was ebenfalls wunderbar funktioniert,und ein interessantes Verhalten verspricht.

Als Fazit kann ich  nochmals die Vergesellschaftung der oben beschriebenen Arten mit verschiedenen Arten der Uromastyx empfehlen und  auf das Entstehen völlig neuer Beobachtungsmöglichkeiten verweisen.

 

 

Zusammenfassung

Autor : Jörg Ratzel

Zur Haltung für ein Pärchen sollte ein Terrarium mit einer Grundfläche von mindestens 1m² sowie ein Quarantäne- / Ausweichterrarium zur Verfügung stehen. Für das Quarantänebecken, welches kleiner ausfallen darf,  empfiehlt sich ein Terrarium aus Glas. Um den bewegungsfreudigen Tieren gerecht zu werden, sollten eine Rück- bzw. Seitenwände im Terrarium angebracht werden. Als Bodengrund eignen sich Spielsand, Taubengritt oder ein Sand-Lehm-Gemisch, welcher 2cm bis 10cm eingebracht wird.  Das Terrarium sollte gut strukturiert sein und Versteckmöglichkeiten bieten. Als Wärmespeicher haben sich Schieferplatten unter den Wärmespots bewährt. 


Für die Grundausleuchtung im Terrarium eignet sich eine Kombination aus T5-Röhren und HQI- (HCI)-Brennern. Die Leuchtmittel sollten die Lichtfarbe (z.B. NDL, D, 942) besitzen, welche der Sonne am nächsten kommt. Lokale Wärmeinseln werden mit Parspots oder in Kombination HQI/ Parspot geschaffen. Unerlässlich ist der Einsatz von einer geeigneten UV- Lampe (z.B. Osram Vitalux).


Das Klima im Terrarium sollte trocken und warm sein. Die Lufttemperatur sollte im Sommer (von März bis November)  ca. 28 C bis 38 C, unter den Wärmespotstrahlern ca. 50 C bis 60 C und die Nachttemperatur 20 C bis 24 C, betragen. Die Beleuchtungsdauer im Sommer beträgt 13,5 Stunden. Die Winterruhe (Dezember bis Februar) wird durch die Verkürzung der Beleuchtungsdauer (auf bis zu 9,5 Stunden täglich) eingeleitet. Die Lufttemperatur sollte auf ca. 22C bis 30C tagsüber und nachts auf 17C bis 20C fallen. Lokale Stellen zum Aufwärmen mit ca. 40C bis 50C sollten weiterhin vorhanden sein.
Weiter ist für das Klima ein 2 bis 3 maliges Sprühen in den Morgenstunden erforderlich, um eine gewisse Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten.


Eine Vergesellschaftung mit anderen Tieren sollte nur durch erfahrene Halter erfolgen. Für eine Vergesellschaftung bewährt haben sich Arten der Gattung Laudakia (Wirtelschwanzagame), Trapelus und  Acanthodactylus (Fransenfingereidechse).

 

Quellen und weiterführende Literatur: Dornschwanzagamen. Lebensweise. Pflege. Zucht. von Thomas Wilms (2001), Die geschmückte Dornschwanzagame von Sönke Frahm (2006), Reptilia Nr. 29, Haltungsbericht von Michael Evers (2001), Sauria Nr. 3/2004 Haltungsbericht von Bodo Kliche (2004), Die bunte Dornschwanzagame von Michael Evers (2007), Datz Nr. 1/2005 Haltungsbericht von Michael Evers (2005), Draco Nr. 10, Haltungsbericht von Thomas Wilms, H.D. Müller und Beate Löhr (2002.