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Grundausleuchtung via Halogen-Metalldampflampen (HQI bzw. HCI)

Autor : Hellmut Beck

Diese Lampen existieren in erster Linie in der typischen Strahlerform. Sie wurden so konzipiert, dass mit einem möglichst geringen Stromverbrauch eine sehr hohe Lichtausbeute möglich ist. Die Leuchtmittel sind Brenner, ähnlich wie man sie von Halogenstrahlern her kennt, jedoch dicker und mit einem anderen Innenleben. Diese Brenner sehen beispielsweise so aus:

verschiedene HQI- Brenner (Osram)

Die Halogen- Metalldampf- Brenner dürfen nur mit der entsprechenden und auf die Wattzahl abgestimmte Vorschaltelektronik betrieben werden. Die Leuchtmittel der unterschiedlichen Firmen haben unterschiedliche Bezeich-nungen, die ich hier mal kurz in einer Tabelle darstelle:

 

Normaler Brenner

Hersteller

Keramikbrenner

HQI

Osram

HCI

MHN

Philips

CDM

HSI

Sylvania

CMI

HRI

Radium

RCI

Hitlite

BLV

C-Hitlite

Hinter diesen Bezeichnungen steht noch eine weitere Angabe, entweder ein einzelnes T oder ein T mit einem weiteren Buchstaben. Diese Bezeichnung gibt an, ob es sich um ein einseitig gesockeltes Leuchtmittel (z. B. HQI-T, HRI-T, CDM-T) oder um ein beidseitig gesockeltes Leuchtmittel (z. B. HQI-TS, HRI-TS, CDM-TD) handelt.

Neben den vorgenannten Brennern gibt es weitere, die nicht ganz so geläufig sind und sich im Aussehen deutlich unterscheiden. Diese laufen z. B. unter den Bezeichnungen HQI-E und CDM-R. HQI-E hat die typische Form einer Birne mit Schraubgewinde. Zum Betrieb reicht es nicht, diese einfach in eine normale Fassung zu drehen und den Strom einzuschalten. Auch hier ist unbedingt eine Vorschaltelektronik zu verwenden.

CDM-R hingegen hat die Form eines PAR-Strahlers, hat also auch einen eingedampfen Reflektor und kann z. B. an einer freihängenenden Fassung (vorzugsweise aus Porzellan) betrieben werden. Auch hier ist ein Betrieb nur mit der entsprechenden Vorschaltelektronik möglich.

In der Terraristik brauchen wir ein Licht, was dem Sonnenlicht möglichst nahe kommt. Und da haben die Firmen alle unterschiedliche Bezeichnungen. Folgende sind richtig:

 

Hersteller

Farbton

Osram

NDL (Neutralweiss De Luxe) und D (Daylight)

Philips

942

Sylvania

NDL und D

Radium

NDL (Neutralweiss De Luxe) und D (Daylight)

BLV

nw und dw

 

Bei Philips ist die Angabe etwas versteckt. Meistens steht sie auf der Stirnseite der Schachtel, gleich hinter der Wattzahl, also 150W/942 oder 70W/942.


Die nachfolgenden Luxwerte wurden mit dem Lux-Messgerät LX 1335 gemacht.

70 Watt Halogen-Metalldampflampe

MX 70
ohne Glas

Osram Powerstar TS 70
1 Jahr alt

C-Hitlite TS nagelneu

Abstand

Lux

Lux

40 cm

19940

33100

30 cm

30460

45500

20 cm

41400

74300

15 cm

54200

100300

MX 70

 

Philips
ohne Glas

Philips CDM-T 70 / 830
neu

Philips CDM-T 70 / 942
neu

Abstand

Lux

Lux

40 cm

43500

73500

30 cm

72100

104200

20 cm

116400

193900

15 cm

135100

261000

830 entspricht WDL mit ca. 3000k, 942 entspricht Neutralweiss mit ca. 4200k

 

Phillips

 

150 Watt Halogen-Metalldampflampe

MX 150
ohne Glas

Osram Powerstar TS 150
1 Jahr alt

Radium HRI-TS 150
nagelneu

Osram HCI-TS 150
nagelneu

Abstand

Lux

Lux

Lux

40 cm

21100

24600

31500

30 cm

26300

32300

46800

20 cm

38900

44200

76200

MX 150

 

Lival Power 150T

Philips CDM-T 150W/942
nagelneu

Abstand

Lux

40 cm

80700

30 cm

132800

20 cm

254400

LIval Power 150T

 

Grundausleuchtung via T5- Röhren

Autor : Hellmut Beck

Hierbei handelt es sich um eine neuere Leuchtstoffröhrengeneration, die sich schon längere Zeit in der Aquaristik durchgesetzt hat. Diese Röhren sind erheblich dünner (16 mm) als die herkömmlichen Leuchtstoffröhren (26 mm), wie man sehr schön auf diesen Abbildungen sehen kann.

 

links jeweils T8, rechts jeweils T5

Betrieben werden sie mit elektronischen Vorschaltgeräten, die auf Anzahl und Leistung der eingesetzen Röhre(n) abgestimmt sein muss. Diese sehen so aus:

Als sinnvolles Zubehör gibt es Spezialreflektoren, mit denen man eine höhere Lichtsausbeute erreicht. Hier mal eine provisorisch aufgebaute Komplettanlage, bestehend aus 4 Halterungen ("Fassungen"), 2x  39W Röhren mit 6000 Kelvin, 2 Spezialreflektoren mit Halteklipsen und 1 EVG, ausgelegt für 2 x 39W.

Nachdem alles erst einmal provisorisch zusammengebaut war, wurde die Beleuchtungseinheit eingeschaltet. Der erste Eindruck war überwältigend, 6000 Kelvin machen im Wohnzimmer richtig was her. Da ich in erster Linie testen wollte, ob man diese Beleuchtungsart bei Schildkröten als Alternative zu Halogen-Metalldampflampen (HQI, CDM, etc.) nehmen kann (wird in der Meerwasseraquaristik praktiziert), musste also mal wieder das Luxmeter her. Diese Ergebnisse waren jedoch äußerst ernüchternd.

Oben aufgezeigte Anlage lieferte im Abstand von 30 cm gerade mal 11.000 lx, im Abstand von 20 cm 16.000 lx. Man darf jedoch nicht vergessen, dass die Wirkungsweise ganz anders als bei einem Strahler ist. Zum zusätzlichen Ausleuchten, auch von größeren Flächen, sind diese Röhren wirklich super geeignet, besser als die herkömmlichen T8-Röhren, als alleiniger Lichtlieferant für sonnenhungrige Reptilien jedoch inakzeptabel.

 

Zusammenfassung

Autor : Jörg Ratzel

Erstmal möchte ich mich herzlich bei Herrn Beck für die Bereitstellung seiner Texte bedanken. Welche Lampen im heimischen Terrarium Einsatz finden, muss jeder Halter für sich entscheiden. Da wir jedoch natürliches Sonenlicht imitieren wollen, sollte nur das bestmögliche künstliche Licht eingesetzt werden. Grundsätzlich kann daher die Lichtfülle nicht groß genug sein. Die Lichtleistung der Grundbeleuchtung (ohne Wärme- und UV- Strahler) sollte pro Quadratmeter bei 100 Watt bis 150 Watt liegen (es darf jedoch nicht zu heiß im Terrarium werden). Dafür eignet sich meiner Meinung nach am Besten eine Mischung aus T5- Röhren und HQI (HCI) - Brenner.


 

Downloads:

 

" Es werde Licht" von Aturus